Ziegen sind aktiv, neugierig und testen Zäune gezielt. Sie drücken gegen schwache Stellen, suchen Lücken und können schlecht gespannte Leiter schnell ausnutzen. Deshalb muss Leitermaterial für Ziegenzäune zwei Dinge leisten: Es muss stabil genug für mechanische Belastung sein und die Spannung zuverlässig über die gesamte Zaunlänge führen.
Für Ziegenzäune sollte die Spannung an jeder Stelle etwa 2.000 Volt betragen. Bei trockenen Bodenverhältnissen, stärkerem Bewuchs oder besonders ausbruchsfreudigen Tieren sind 4.000 bis 5.000 Volt sinnvoll. Je länger der Zaun ist, desto wichtiger wird Leitermaterial mit guter Leitfähigkeit und geringem Widerstand.
Weidezaunlitze eignet sich für flexible und mobile Ziegenzäune, zum Beispiel für Portionsweiden oder temporäre Abtrennungen. Sie ist leicht, schnell zu verarbeiten und einfach zu versetzen. Für Ziegen sollte sie straff geführt und in mehreren Reihen eingesetzt werden, damit keine Lücken entstehen.
Weidezaunseil ist robuster und besser sichtbar als Litze. Es eignet sich für längere Strecken und Zaunabschnitte, die stärker belastet werden. Wichtig ist eine saubere Spannung, damit das Seil nicht durchhängt und von den Tieren nicht unterdrückt oder verschoben wird.
Weidezaundraht ist eine stabile Lösung für feste Ziegenweiden und dauerhafte Außenumzäunungen. Er bietet eine sehr gute Stromführung und eignet sich besonders für lange Zaunanlagen. Draht sollte fachgerecht gespannt und mit passenden Isolatoren befestigt werden.
Elektronetze sind praktisch für mobile Ziegenhaltung, Portionsweiden und wechselnde Weideflächen. Sie bilden eine geschlossene Barriere und reduzieren das Risiko, dass Ziegen zwischen einzelnen Leiterreihen hindurchschlüpfen. Wichtig ist, dass das Netz straff steht und möglichst wenig Kontakt mit Gras oder Boden hat, da sonst Spannung verloren geht.
Achten Sie auf eine dichte Zaunführung. Bei festen Zäunen sind mehrere stromführende Reihen sinnvoll, besonders im unteren und mittleren Bereich. So wird verhindert, dass Ziegen unter dem Zaun hindurchschlüpfen oder sich zwischen den Reihen hindurchdrücken.
Auch Verbindungen, Bewuchs und Erdung beeinflussen die Wirkung. Verwenden Sie geeignete Verbinder statt Knoten, kontrollieren Sie Kontaktstellen regelmäßig und halten Sie Gras möglichst vom Leiter oder Netz fern. Stimmen Sie das Leitermaterial außerdem auf Pfähle, Isolatoren und Geräteleistung ab.
So wählen Sie das passende Leitermaterial für Ihren Ziegenzaun: Litze für flexible Zäune, Seil für robustere Strecken, Draht für feste Außenumzäunungen und Elektronetze für mobile Weideflächen oder Portionsweiden.